Trollinger-Wettbewerb



Heilbronner Stimme 23.5.2009
Württemberg schärft Trollinger-Profil
Von Kilian Krauth

Heilbronn - Die Württemberger Wengerter wollen bei der Profilierung ihrer roten Hauptrebsorte Trollinger nicht internationale Tropfen kopieren, sondern ihr Regionalprofil, also Frucht und Frische, verfeinern. Damit versuche man in erster Linie den Konsumgewohnheiten der meisten Verbraucher gerecht zu werden. Dies betonten Standesvertreter beim 12. Trollinger-Wettbewerb der Vereinigung Württemberger Weingüter am Freitag in Heilbronn.
Kooperation
Gleichzeitig erklärte der Präsident des Weinbauverbandes, Hermann Hohl, dass das Weininstitut Württemberg derzeit in Kooperation mit der Weinbauschule Weinsberg an einem zweigleisigen Sortenprofil feile. Demnach soll neben dem „auf breite Verbraucherschichten abzielenden“ Trollinger-Typ auch Platz für „darüber angesiedelte Besonderheiten“ sein, die in Richtung Südtiroler Vernatsch oder Burgunder gehen. „Wir müssen auch den Ansprüchen der gehobenen Gastronomie und der Weinkritiker gerecht werden“, betonte Hohl. Richtlinien sollen Mitte des Jahres an die Erzeuger weitergegeben werden.
Beim zwölften Durchlauf des Mitte der 90er Jahre von Martin Heinrich und Dr. Gerhard Götz initiierten Wettbewerbs behielten die unkomplizierten, fruchtig-frischen Weine die Oberhand. Wobei laut Weingüter-Sprecher Peter Albrecht „das Niveau, die Homogenität und damit auch die Qualität erneut deutlich gestiegen“ seien. Fünf der sechs Siegerweine wuchsen im Unterland. Damit setzt sich laut Albrecht eine Entwicklung fort, die sich schon auf der Landesweinprämierung und beim jüngsten Lemberger-Wettbewerb in Vaihingen abgezeichnet habe: „Das Unterland holt wieder auf.“ Zuletzt sorgten bei Preisen und in Medien vor allem Stuttgarter und Remstaler Wengerter für Aufsehen.
98 Teilnehmer
Beim diesjährigen Wettbewerb wurden überwiegend traditionelle Württemberger ausgezeichnet: also solche, die über Maischeerhitzung und Stahltanklagerung gewonnen wurden. Starke Gerbstoffe oder Holzfassnoten waren laut Mitveranstalter Jürgen Müller bei der 24-köpfigen Jury aus Weinfachleuten und Medienvertretern nicht gewünscht. Insgesamt hatten 63 Betriebe - davon 26 Genossenschaften, 35 Güter und zwei Kellereien - genau 98 Weine eingereicht, alle waren trocken.






 

 
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